Aktuelles aus der Fortbildung pastorales Personal

Diakonat im Erzbistum Paderborn



Ein Bericht

Ende 2016 leben im Erzbistum Paderborn 181 ständige Diakone, von ihnen sind 174 Diakone im Zivilberuf; sieben von ihnen sind hauptamtliche Diakone, die früher als Gemeindereferenten tätig waren. Die Diakone im Zivilberuf gehen einem bürgerlichen Beruf nach oder sind im Ruhestand. Das heißt, dass sie ihren Diakonat in ihr Berufsleben und in alle die Lebensbereiche einbringen, in denen sie sich bewegen.

 

In den Pfarreien oder Pastoralverbünden sind die Diakone in vielfältigen Aufgaben tätig. Nach Möglichkeit sollen sie ihren Schwerpunkt darin sehen, innerhalb der sozialen Netzwerke dafür zu sorgen, dass Menschen nicht in Einsamkeit geraten. Sie sollen das tun, was das griechische Wort DIAKONOS in seiner philologischen Bedeutung ursprünglich meint: „unter die Leute gehen“, Kommunikator sein, Menschen miteinander in Kontakt bringen und so dem gemeinsamen Leben der Gemeindeglieder, aber auch darüber hinaus dienen.

 

Seit einigen Jahren versucht das Erzbistum Paderborn schon in der Ausbildung der angehenden Diakone, diesen sozial-diakonischen oder Koinonia-Aspekt hervorzuheben. Der Diakon ist nicht in erster Linie Liturge, sondern Kommunikator. Seine Besonderheit in der Pfarrei bzw. im Pastoralverbund ist nicht, dass er das tut, wozu der Priester keine Zeit (mehr) hat. Der Diakon soll vielmehr Menschen zusammenbringen, Notlagen im sozialen Umfeld frühzeitig wahrnehmen und Mitchristen dazu motivieren, sich mit ihm dafür einzusetzen, dass möglichst niemand mit seinen Sorgen allein gelassen wird. Der liturgische Dienst des Diakons ist insofern die Konsequenz seines Koinonia-Handelns; in der Liturgie bringt der Diakon die sozialen Probleme vor Gott.

 

Die Diakone im Erzbistum Paderborn kommen einmal im Jahr zu einer Jahrestagung zusammen. Dies ist die Möglichkeit, Mitbrüder aus dem weiten Bistum wiederzusehen, denen man ansonsten wegen der großen räumlichen Distanzen eher nicht begegnet. Alle vier Jahre wählen sie bei dieser Jahrestagung für eine Amtszeit von vier Jahren den Diakonenrat. So war es auch im September 2016 Der Diakonenrat hat die Aufgabe, die Entwicklung des Diakonats im Erzbistum Paderborn zu fördern und bei Bedarf den Erzbischof zu beraten.

 

Seit nunmehr drei Jahren ist Pastor Werner Beule als Spiritual für Diakonatsbewerber, die Diakone und ihre Familien für eine Vertiefung des geistlichen Lebens beauftragt.

 

Seit 2016 sind weite Teile der Fortbildung der Diakone mit der Fortbildung für die Priester und der für die Gemeinderefernt(inn)en zusammengefasst. Das hat den Vorteil, dass die drei pastoralen Berufsgruppen ihren gemeinsamen Auftrag erkennen, sich miteinander abstimmen und die praktische Arbeit in den Pastoralverbünden reibungsloser organisieren können.

 

Wenn man auf einer Landkarte des Erzbistums die Wohn- und Tätigkeitsorte der Diakone erfasst, dann wird deutlich, wie verstreut manche Mitbrüder leben. Ein Austausch mit anderen Diakonen ist am unmittelbaren Wohnort oft nicht möglich. Um aber den Kontakt unter den Mitbrüdern zu fördern, gibt es seit einigen Jahren fünf Bezirke, in denen jeweils zwei Mitbrüder (der Bezirkssprecher und sein Stellvertreter) zu regionaler Begegnung und Austausch einladen. Hier können soziale Kontakte, und fachliche Fortbildung angenommen werden. Der Diakonenrat ist gegenwärtig damit befasst, die Chancen dieser Organisationsebene deutlicher noch herauszuarbeiten.

 

Seit vielen Jahren nimmt einer der Mitbrüder aus dem Diakonenrat (Markus Jux) es in die Hand, verschiedene, regional differenziert angebotene Exerzitien zu planen. Diese Angebote werden von vielen Mitbrüdern manchmal auch gemeinsam mit ihren Ehefrauen immer wieder gerne angenommen. Andere Mitbrüder wählen für sich aber auch gerne andere Orte für ihre Exerzitien aus.

 

Ein anderes Mitglied im Diakonenrat (Dietmar Kluss) kümmert sich um die emeritierten Diakone und ihre Ehefrauen bzw. um die Witwen verstorbener Mitbrüder und lädt sie zu gemeinsamen Unternehmungen, Gesprächen und Austausch ein. Es ist dies ein ganz notwendiger Dienst. Wofür der Diakon in seinem Pastoralverbund lebt, das soll auf der diözesanen Ebene auch gepflegt werden: Niemand soll alleingelassen sein.

 

Ein weiterer Mitbruder im Diakonenrat (Hubert Baumeister) organisiert die Internetseite, von der in diesem Beitrag verschiedentlich schon die Rede war. Das Internet ist auch für viele bereits ältere Mitbrüder eine durchaus gewohnte Möglichkeit der Information und Kommunikation.

 

Ein weiterer Mitbruder im Diakonenrat (Theo Breul) setzt sich für die Ausbildung der angehenden Mitbrüder ein. Er leitet die Diakonatskreise, in den die Diakonatsbewerber über drei Jahre bis zur sakramentalen Weihe geführt werden. Nach der Weihe begleitet er di e Neugeweihten noch für ein weiteres Jahr, um mit ihnen die Erfahrungen in der diakonalen Arbeit zu reflektieren und auszuwerten.

 

 

In 2017 werden voraussichtlich drei Männer im Paderborn zu Diakonen geweiht. Das ist eine für Paderborner Verhältnisse ziemlich kleine Zahl, denn die Diakonatskreise, in denen sich die Bewerber über drei Jahre auf die Weihe vorbereiten, sind in früheren Jahren und auch in den beiden letzten Jahren in aller Regel größer. So werden es in 2018 acht und in 2019 sieben Weihekandidaten sein.

 

 

Im Erzbistum Paderborn haben wir die Erfahrung gemacht, dass viele, die sich für den Diakonat in der katholischen Kirche interessieren, das Internet nutzen für erste Informationen. Viel bedeuten sicherlich auch die intensiven und mitunter vielen Gespräche, die der Bischöfliche Beauftragte (Prälat Hans-Dieter Michel) mit den Interessenten führt. Das immer noch wirksamste und attraktivste Moment, dass sich jemand für den Weg zum Diakonat entscheidet, wird es aber sein, im eigenen Umfeld einen Diakon zu erleben, der durch seine Persönlichkeit überzeugt.

 

Diakon Theo Breul, Januar 2017