Aktuelles aus der Fortbildung pastorales Personal

Priester Exerzitien 2017



Angebote für Exerzitien im neuen Jahresheft zusammengestellt

Lieber Mitbruder,


wer das Wandern als seiner körperlichen Gesundheit zuträgliche Freizeitgestaltung erkannt hat, fasst für seinen Urlaub vielleicht auch einmal eine Bergbesteigung ins Auge.


Wandern tut zuerst meist nur der Blick, hinauf zum weit entfernten Gipfel, mit etwas Sehnsucht, die sich steigern kann, bis es zum Entschluss kommt, den beschwerlichen Weg tatsächlich auf sich zu nehmen. Die Erinnerung an vergangene gelungene Unternehmungen oder die Schilderungen erfahrener Bergsteiger malen das Vorhaben verlockend aus. – Zweifel tauchen auf: Schaffe ich das überhaupt? Was ist, wenn ich schlapp mache? Wenn ein Hindernis im Weg steht? – Dann wird der Rucksack gepackt. Nur das Nötigste wird mitgenommen: das, was nährt und was vor zu viel Sonne schützt. Für den Weg ist ein kundiger Begleiter hilfreich, einer der Tipps geben und Mut zusprechen kann. Und nicht zu vergessen: ein Erste-Hilfe-Päckchen.


Was sich wie eine Anleitung zum Bergwandern ausnimmt, gilt wohl auch für Exerzitien: Bei der Planung zögere ich, möchte ausweichen. Der Kalender ist mit so viel Wichtigem ausgefüllt, was nicht liegen gelassen sein kann. Gute Menschen in meiner Umgebung können doch nicht so lange auf mich verzichten. Aber da ist immer wieder diese leise, eindringliche Stimme Gottes, die mich anrührt, mich lockt zu einer Auszeit allein für den, dem ich mein Leben und meine Berufung verdanke, der mich ganz will. Und dann sind da noch meine Erfahrungen und die anderer geistlich lebender Menschen, von denen eine Anziehungskraft ausgeht. Solange ich keine Entscheidung fälle, bleiben Exerzitien ein unbezwingbarer Berg. Und dabei gibt es so zahlreiche Angebote, die es leicht machen, Gott eine Zeit vorzubehalten.

 

Einmal den Entschluss gefasst, kann die Vorbereitung beginnen. Zum Marschgepäck gehören da sicher nicht all die vielen frommen Bücher, die ich auch schon einmal lesen wollte, sondern allein das Buch der Bücher, Gottes Wort. Eine Zeitlang wird das Beschwerliche des Aufstiegs zu spüren sein, Gedanken, die noch kleben an zurückliegenden Aufgaben, Planungen im Blick auf kommende Verpflichtungen, momentane Befindlichkeiten und Unpässlichkeiten, die mich hindern wollen, allein auf Gott zu setzen.

 

Je weiter die Exerzitientage voranschreiten, umso mehr kann ich loslassen, zurücklassen, leerwerden, um zu empfangen. Zur inneren Freiheit für Gott zu gelangen, ist wie das Erreichen des Gipfels. Das Ruhen in Gott kann mit dem Sich-von-der-Sonne-bescheinen-Lassen verglichen werden. Wie zu einer Bergwanderung der Abstieg gehört, der durchaus Muskelkater verursachen kann, so kann das Zurückkehren in den Alltag manchmal Katerstimmung verursachen. Doch nur für kurze Zeit. Etwas von der neu gewonnenen geistlichen Frische trägt sich durch und pflanzt sich fort.

 

Werfen Sie einen Blick auf die vielfältigen Exerzitienangebote und –formen im deutschsprachigen Raum! Vielleicht ist auch für Sie das Passende dabei.

 

Entschlussfreudigkeit wünscht Ihnen
Domvikar Dr. Rainer Hohmann
Leiter der Fortbildung des Pastoralen Personals